Tarot-Aufstellungen
In einer Aufstellung werden Personen, Gedanken und/oder Beziehungen durch Gegenstände repräsentiert und in einem Raum positioniert (aufgestellt).
Wahrscheinlich kennst du bereits Familienaufstellungen. Eine Familienaufstellung ist eine Methode aus der systemischen Arbeit, bei der Beziehungen und Dynamiken innerhalb einer Familie sichtbar gemacht werden. Die Grundidee: Probleme entstehen oft nicht nur im Individuum, sondern im Familiensystem. Durch Familienaufstellungen können wiederkehrende Konflikte, emotionale Blockaden, unklare Schuldgefühle und Beziehungsmuster aufgedeckt und aufgelöst werden.
Aufstellungen haben sich weiterentwickelt. Heute spricht man allgemein von systemischen Aufstellungen. Systemische Aufstellungen gehen Herausforderungen wie Rollen und Konflikte, Entscheidungen, Krankheit und Beschwerden, Symptomatik, innere Konflikte, innere Schwächen und innere Blockaden an.
Ein theoretisches Beispiel: Jemand findet sich zwischen Pflicht und Freiheit hin und hergerissen. Im Raum werden drei Positionen aufgestellt oder Tarotkarten ausgelegt: die Person, die Pflicht und die Freiheit. Die Repräsentation der Ratsuchenden wird zwischen den Symbolen für Pflicht und Freiheit positioniert.
Die Ratsuchende betrachtet die Aufstellungen von aussen und mit aufmerksamer Distanz. Dadurch entkommt sie emotionellen Fesseln und eingespielten Reaktionen. Und sie wird sich verborgenen Beziehungen und Ursache-Wirkungen bewusst. Sie kann auch aktiv werden, z.B. kann er ihre Repräsentation näher an die Pflicht oder die Freiheit rücken.
Tarotkarten eignen sich besonders gut für Aufstellungen. Ihre reiche archetypische Symbolik regt das Unterbewusstsein an, seine assoziativen, integrativen und offenbarenden Fähigkeiten vollständig zu entfalten. Mit Tarotkarten kann man auch innere Zustände aufstellen.
In einer Tarot-Aufstellung erlebst du eine neue Art der Aufstellungsarbeit: Im Gegensatz zu vielen anderen Aufstellungsmethoden, die meist nur auf emotionalen Ebenen wirken, arbeiten Tarotkarten mit den vier Ebenen des menschlichen Ausdrucks: körperlich-emotionell, intellektuell-erzieherisch, kreativ-gefühlsmässig und intentional-seelisch.

Allgemeines über Aufstellungen
Aufstellungen stimulierten das Unterbewusstsein, das versteckte Dynamiken, Muster und Ursachen ans Licht bringt. Dies macht unbewusste Traumata bewusst, eröffnet neue Perspektiven und ermöglicht emotionale Einsichten.
Die räumliche Anordnung ermöglicht Perspektivwechsel, fördert Selbstreflexion und unterstützt Einsicht in subjektiv erlebte Dynamiken. Die Methode dient der Exploration von Bedeutungen, nicht der Vorhersage oder Diagnose.
Firmen- oder Business-Aufstellungen
Kämpfst du in deinem Geschäft mit wiederkehrenden Konflikten und Herausforderungen?
Stöst du auf formlosen Widerstand?
Geraten Mitarbeiterdynamiken aus dem Ruder?
Erlebst du festgefahrene Situationen?
Fallen Geschäftsentscheidungen schwer?
Bemerkst du Muster, die scheinbar keine Ursache haben?
Stockt der Fortschritt?
Stell dein Geschäft systemisch auf. Gewinn eine externe Perspektive, um verborgene Dynamiken und Ursachen zu erkennen und neue Lösungsansätze im Raum auszuprobieren.
Wir können auch zu Ihrem Geschäft oder Ihrer Firma kommen, um Aufstellungen dort zu machen.
Wenn du eine systemische Geschäftsaufstellung buchen willst, benutze das folgende Kontaktformular, um ein Angebot zu erhalten:
Tarot in der psychologischen Forschung
Immer mehr Psychologen beschäftigen sich mit Tarot und erforschen dessen Anwendung in der Psychoanalyse und der Therapie.
In ihrem wissenschaftlichen Artikel, Tarot as a Projective Technique, veröffentlicht in Spirituality and Health International (2006), untersuchte Inna Semetsky Tarot im Rahmen klinisch-reflexiver, jungianischer Therapie.
Semetsky argumentiert, dass Tarotkarten als projektives Medium dienen können, ähnlich wie Rorschach-Tintenkleckse* oder der Thematische Apperzeptionstest (TAT)**. Projektion bedeutet, dass Menschen eigene Gedanken, Gefühle oder Konflikte auf eine Person oder ein Medium übertragen. Ein projektives Medium muss daher mehrdeutig, symbolisch reich und offen für Interpretation sein. Und genau das bieten Tarotkarten.
Semetskys zentrale Ergebnisse:
- Der Interpretationsprozess mit Tarotkarten ähnelt tiefenpsychologischer und jungianischer Symbolanalyse.
- Tarotkarten können zwischen bewusster Reflexion und unbewussten Strukturen vermitteln.
- Tarotkarten können psychologische Einsichten durch Metaphern und Symbolik katalysieren.
- Tarotbilder können narrative Externalisierungen innerer Zustände anregen.
G. M. Hofer verfasste 2009 folgende Honours-Bachelorarbeit an der University of Victoria: Tarot Cards: An Investigation of Their Benefit as a Tool for Self-Reflection. In dieser qualitativ-explorativen Studie untersuchte Hofer, wie Teilnehmer ihre psychologischen Erfahrungen bei der Arbeit mit Tarot beschreiben, insbesondere bezüglich Selbsteinsicht, persönlicher Reflexion und Sinnbildung.
Hofers zentrale Ergebnisse:
- Teilnehmer berichteten, dass Tarot als starker Reflexionsimpuls wirken kann.
- Tarotkarten katalysieren den narrativen Ausdruck von Komplexen.
- Tartokarten können bei der Klärung von Emotionen helfen.
In The Mirror, Not the Crystal Ball: A Psychological Analysis of Tarot as a Self-Reflection Tool beschreibt Yiu Kwong Au-Yeung Tarot als symbolisches Reflexionsinstrument. Er nutzte Tarot innerhalb der narrativen Psychologie, von Sinnmachenden-Methoden und interpretativer Psychologie. Sein Artikel betont psychologische Mechanismen wie Projektion, symbolische Vermittlung und kognitive Neubewertung.
Yiu Kwong Au-Yeungs zentralen Ergebnisse:
- Tarotkarten können als mehrdeutige symbolische Stimuli fungieren.
- Interpretationen können narrativen Ausdruck annehmen.
- Der Reflexionsprozess kann geführter Selbstbefragung ähneln.
- Symbolische Distanz kann emotionalen Ausdruck erleichtern.
- Die Karten können interpretative Dialoge auslösen.
In Divining the Self: Applying Tarot as a Projective Technique in Counseling, einer akademischen Abschlussarbeit der James Madison University, untersucht Eileen Clinton Tarot als mögliches projektives Verfahren für Beratungen. Aufbauend auf der Theorie projektiver Methoden wie Rorschach* und TAT**, argumentiert sie, dass Tarotbilder als symbolische Stimuli dienen können, die Klienten einladen, über ihre inneren Erfahrungen auszudrücken.
Clintons zentrale Ergebnisse:
- Die symbolische Bildsprache kann Klienten helfen, unbewusste oder emotional komplexe Inhalte zu artikulieren.
- Tarotkarten können als Vermittler zwischen Berater und Klienten wirken und Widerstand reduzieren.
- Der Prozess ähnelt etablierten projektiven Methoden, da Bedeutung aus der Interpretation des Klienten entsteht und nicht aus einer festgelegten Kartenbedeutung.
Dr. Arthur Rosengarten, ein klinischer Psychologe, veröffentlichte im Jahr 2000 das Buch Tarot and Psychology: Spectrums of Possibility über den psychologischen Einsatz von Tarotkarten. In seiner klinischen Fallstudie Symbolism and Tarot in Jungian Psychotherapy wurden Tarotkarten in analytischer Psychotherapie, Gestaltarbeit, Traumdeutung und Schattenarbeit eingesetzt.
Die Studie zeigte, dass Tarotkarten Klienten helfen können, unbewusste Muster zu erkennen und zu artikulieren. In diesen Arbeiten wird Tarot verstanden als:
- En symbolisches-projektives Medium
- Ein Werkzeug für Selbsterkenntnis
- Ein Katalysator für Sinnfindung
- Eine Methode die dialogische Exploration unterstützen kann
Zusammengefasst, es zeichnet sich ein Konsens ab, dass Tarot als Katalysator wirken kann für:
- Projektionen
- Selbst-narrativen
- Reflexion
- Formulierung von positiven Suggestionen
- Sinnbildung
* Die Rorschach-Methode (auch „Tintenkleckstest“) verwendet Bilder, um unbewusste psychologische Muster ans Licht zu bringen, wie z.B. Ängste. Da Tintenkleckse zufällig sind, sind die Ergebnisse auch zufällig. Tarotkarten können das Unbewusste tiefer ansprechen als Tintenkleckse, da ihre archetypische Bildsprache direkt zum Unbewussten spricht und dessen assoziative Funktionen anregt. Der Praktiker kann auch Tarotkarten auswählen, etwa die Vernunft-, Wahrheit- oder Opferkarte, um gezielt vermutete innere Komplexe anzusprechen.

** TAT steht für Thematischer Apperzeptionstest. TAT ist ein projektives psychologisches Verfahren, bei dem der Therapeut seinen Klienten Bilder zeigt, zu denen sie dann Geschichten erzählen.
Wichtige Hinweise zu den allgemeinen Geschäftsbedingungen
Die angebotenen Leistungen basieren auf Modellen der positiven Psychologie, der Symbolarbeit und der Selbstreflexion. Die Tätigkeit erfolgt ausschließlich im Rahmen von Coaching, Bewusstseinsarbeit und Persönlichkeitsentwicklung.
Es findet keine Heilkunde im Sinne des Heilpraktikergesetzes statt. Es werden weder Diagnosen gestellt noch Heilbehandlungen durchgeführt noch Heilversprechen abgegeben. Die Angebote ersetzen keine ärztliche, psychotherapeutische oder heilpraktische Behandlung.
Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen approbierten Arzt, Psychotherapeuten oder Heilpraktiker.
Die Teilnahme erfolgt freiwillig und eigenverantwortlich. Voraussetzung ist eine normale psychische und physische Belastbarkeit.
Die Bezeichnung psychologisch beschreibt ausschließlich die methodische Orientierung an psychologischen Modellen und begründet keine Berechtigung zur Ausübung von Psychotherapie im Sinne des Psychotherapeutengesetzes.